ÖV-Fakten
Warum gibt es in Zürich eigentlich kein 1er-Tram? Darum!
Diese und weitere Fakten zu den ÖV-Nummerierungen.
Wer täglich im Bus und Tram durch Zürich kurvt, hat sich wohl auch schon gefragt, warum es keine Tramlinie 1 auf den Gleisen der Stadt gibt. Nun, das war nicht immer der Fall: Tatsächlich verkehrte zwischen 1906 und 1954 das 1er-Tram und zwar entlang der Strecke Burgwies – Kreuzplatz – Kunsthaus – Hauptbahnhof – Hardplatz (beim Burgwies befindet sich heute übrigens das Zürcher Tram Museum, welches 2017 sein 10-jähriges Jubiläum feierte).
Ab 1954 wurde zunächst für zwei Jahre auf Autobusbetrieb umgestellt. Heute verkehrt auf der Route die Trolleybuslinie 31. Ein Comeback von Tram Nummer 1 ist aber nicht ausgeschlossen: 2003 sah die Studie "Renaissance Tramlinie 1" vor, die Strassenbahn von Bahnhofplatz – Löwenplatz – Gessnerbrücke – Lagerstrasse – Neufrankengasse – Hohlstrasse – Bahnhof Altstetten zu ziehen. Eilig hat es die VBZ damit aber nicht und sieht bis 2025 noch keine konkrete Planung vor.
Doch wie steht es mit der zweiten grossen Lücke in der Nummernabfolge vom Zürcher Tramnetz? Seit 2011 gibt es nämlich zwar die Linien 15 und 17 - vom 16er fehlt allerdings jede Spur. Dem ist aber nicht mehr lange so: Ab 2020 sollen Passagiere mit dem 16er über die Rosengartenstrasse zwischen Zürich Nord und Altstetten verkehren können.
Etwas komplizierter gestaltet sich die Nummerierung auf dem Busliniennetz, wo in den vergangenen Jahrzehnten ein regelrechter Zahlensalat angemischt wurde. Oder wie es die VBZ selber in einem Blog-Beitrag eingesteht: "Wenn Ihnen also die Busnummern Ihrer Gegend völlig willkürlich und zusammenhangslos vorkommen, dann ist das ganz richtig so."
Als 1939 die Trolleybuslinien von Zürich in Betrieb genommen wurden (angefangen übrigens mit dem heutigen 32er), dienten zunächst Buchstaben zur Bezeichnung der Strecken. 1952 entschied man jedoch, auf Nummern umzusteigen - einerseits wollte man nicht warten, bis man von A bis Z alles durch hatte, andererseits entstanden bei der Aussprache einzelner Buchstaben oft Missverständnisse.
Trolleybusse sollten fortan zwischen 31 und 60, Autobuse von 61 bis 99 durchnummeriert wurden. Im Verlauf der Jahre wurde das System jedoch zunehmends unübersichtlicher - auch weil sich Buslinien, die streckenweise parallel verkehren, möglichst stark voneinander im Schriftbild unterscheiden müssen. Damit will die VBZ möglichen Verwechslungen vorbeugen. Immerhin auf etwas ist Verlass: Die Regionalbusse vom ZVV tragen stets drei Ziffern.